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Gene der D- oder Dilutions-Serie

D gewährleistet eine intensive Pigmentierung

d führt zur Schwächung bzw. Verdünnung des Pigmentes (Dilution)

Die D-Serie folgt ähnlich wie die B-Serie einem einfachen mendelschen Erbgang. Sie wurde bereits 1919 von LITTLE und JONES definiert und bis z.Z. unverändertesten Allelserien anzusehen. Für den Züchter ist wissenswert, dass sich diese Serie von allen anderen dadurch grundsätzlich unterscheidet, indem sie für sich selbst keinerlei Farbe ausprägt. Was wir als so genannte, meist blaue Farbgebung empfinden, ist auf das epistatische Verhalten der dd-Allele zurückzuführen. Die Allele dieser Serie wirken auf andere Loci, die volle Pigmentierung ausprägen, ein und führen dadurch zur Veränderung deren Pigmentsubstanz. Einfach dargestellt kann von folgendem Vererbungsmodus ausgegangen werden.

Ist D einfach oder doppelt DD vorhanden, wird die Fellfarbe ausgeprägt, die bei dem betreffenden Tier ursprünglich determiniert wurde, z.B. BBDD=schwarz, wenn aber die Kombination BBdd=blau zustande kommt, dann hat dd epistatisch auf das Grundpigment (schwarz) eingewirkt und es ist zur Verdünnung (Dilution) des schwarzen Pigmentes gekommen.

Die Kombination des d-Allels mit lohbraunem Pigment führt ebenfalls zu Farbabschwächung.

Gewisse Schwierigkeiten des Nachweises der d-Kombination können sich dadurch ergeben, dass es noch andere farbschwächende Genotypen gibt. Es sei diesbezüglich nur auf den bereits beschriebenen Genotyp cch cch (Chimchilla) und die noch abzuhandelnde G-Serie verwiesen.

Die blaue Deutsch Dogge ist ein typisches Beispiel zur Darstellung der Wirkungsweise des epistatischen (dd) Verdünnungsfaktor am D-Locus. Schwarzes Pigment BB wird in Verbindung mit dd zur Verklumpung der Pigmentkörnchen gebracht und erscheint dann schieferblau. Bei anderen Rassen ist die Farbabschwächung nicht in jedem Fall so charakteristisch mit der Grundfarbe im Zusammenhang zu sehen. Die Rasse besteht in den vollpigmentierten Farbschlägen mit weißen Abzeichen unterschiedlicher Größe: in schwarz, blau, gestromt und gelb, wobei schwarz über alle anderen Farbgebungen domoniert. Nach der hier verwendeten Nomenklatur haben schwarze Doggen die Gen-Symbole A, D, mmS, Em oder E bzw. Kombinationen von Em und E. Beim blauen Farbschlag ist folglich nur das domonante Dilutions-Gen durch sein rezessives Allel ersetzt, danach ergibt sich die Genotypenformel: A, dd, mmS, Em oder E bzw. Kombinationen von beiden letzteren.

Der Vollständigkeit halber sei noch auf den fünften Farbschlag bei dieser Rasse verwiesen. Das sind die durch den Merle-Faktor herfogerufenen unvollständig dominanten schwarz/weiß Gefleckten. Durch die teilweise Depigmentierung der schwarzen Grundfarbe ergibt sich im klassischen Fall für diese Doggen die Veränderung im Genotyp von mm zu Mm.

Mit freundl. Genehigung des Kynos Verlages entnommen aus: Dr. F. Krautwurst, Praktische Genetik für Hundezüchter. Kynos Verlag, Mürlenbach, 2002, S. 84-85. www.kynos-verlag.de

 

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franz
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